Juden und Muslime in Frankreich und ihre Vorgeschichte im Maghreb /

Die dschihadistische Bedrohung

 

Dieses Kapitel enthält diverse Texte zum stellen- und phasenweise gespanntem Verhältnis in Frankreich zwischen Juden und Moslems. Diese beiden Bezeichnungen stehen zwar jeweils für ein sehr breit gestreutes Spektrum an politischen, religiösen aber auch antireligiösen Einstellungen sowie für Gemeinschaftsbindungen sehr unterschiedlicher Intensität. Trotzdem muss die Tatsache, dass Frankreich zum Schauplatz der meisten antijüdischen Vorfälle in Europa seit dem Jahr 2000 geworden ist, damit in Zusammenhang gebracht werden, dass Frankreich auch jenes Land Europas ist, in dem die jeweils meisten Juden (geschätzte 600.000) und Muslime (geschätzte fünf Millionen) leben. Die Angehörigen beider Bevölkerungsgruppen haben ihre familiären Ursprünge mehrheitlich in den französischen Ex-Kolonien im Maghreb und leben zum Teil noch Tür an Tür, namentlich in sozialen Randvierteln. Dort hat unter Jugendlichen eine gewaltschwangere Weltanschauung Fuß gefasst, die die jüdische Minderheit zum Feindbild erkoren hat.
Seit den Morden, die Mohamed Merah 2012 in Toulouse verübte, ist klar geworden, dass die Gelegenheitspeiniger der Juden zu dschihadistischen Attentätern mutieren können. Nach ihren anfänglich vor allem gegen Juden gerichteten Angriffen dehnten die Dschihadisten ihre Anschlagsziele ins Unendliche aus und eröffneten eine Ära der Massentötungen.

 

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